Biodiversity Skills

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Kaltehofe (DE)

Orginaltitel: Agenda 21-Prozess Hamburg Kaltehofe. Land: Deutschlad | Region: Norddeutschland | Ort: Hamburg-Rothenburgsort | Gebiet: Elbinsel Kaltehofe

Hintergrund

Die Elbinsel Kaltehofe liegt im Stadtteil Rothenburgsort (Bezirk Hamburg-Mitte) in Hamburg. Dieser Stadtteil ist durch eine starke industrielle Nutzung und sozial schwächere Bevölkerungsschichten geprägt. Kaltehofe ist jedoch keine natürliche Insel. Sie ist durch die Begradigung der Norderelbe und die Entstehung der Billwerder Bucht entstanden und seit dem späten 19. Jahrhundert (1893) wurde hier das Elbwasser (ab 1964 Grundwasser) zur Trinkwassergewinnung für die Stadt Hamburg filtriert. 1990 wurde das Sandfiltrationswerk auf der Elbinsel Kaltehofe geschlossen und das Wasserwerksgelände blieb seitdem weitestgehend sich selbst überlassen. Nach dem Scheitern verschiedener

Nutzungskonzepte für die Elbinsel Kaltehofe – da sie aufgrund der vorherrschenden Bedingungen nicht umsetzbar waren oder von politischer Seite nicht befürwortet wurden – wurde im Jahr 2003 die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Landesverband Hamburg e.V. von der Bezirksversammlung Hamburg-Mitte beauftragt, einen Agenda 21-Prozess durchzuführen. Die SDW hatte in Hamburg bereits Erfahrungen mit dem Agenda 21-Prozess Eidelstedt 31,  parallel zum Bebauungsplanverfahren Eidelstedt 31.

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Karte

Umsetzung

Ziel des Agenda 21-Prozesses war es, ein nachhaltiges Nutzungskonzept (Entwicklung eines Naherholungsgebietes) gemeinsam mit möglichst vielen Interessengruppen zu erarbeiten, so dass besonders im Nachhinein Unzufriedenheiten mit den beschlossenen Planungen vermieden werden können.

Unter Leitung der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald wurde eine Lenkungsgruppe als Entscheidungsgremium gebildet. Die Lenkungsgruppe bestand aus Vertretern von Behörden, Bezirksamt, Schulen, Eigentümer, Politik, Anwohnern, Naturschutzorgani-sationen, Gewerbe, Industrie und lokalen Vereinen. In den ersten Sitzungen der Lenkungsgruppe wurden verschiedene Nutzungen diskutiert und deren Machbarkeit überprüft. Nicht realisiert werden konnte beispielsweise eine Wohnbebauung Kaltehofes (erhöhte Schwermetallbelastung und Immisionen durch angrenzende Industrie) und die Ernennung eines neuen Naturschutzgebietes (seitens der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt wurde für Kaltehofe keine so hohe Wertigkeit gesehen, die die Ausweisung eines NSG gerechtfertigt hätte) in das die Elbinsel Kaltehofe eingegliedert werden sollte. Es fanden zwei öffentliche Vortragsabende zum Thema „Natur und Erholung“ und „Kunst, Kultur und Wissenschaft“ statt.

Im Rahmen von zwei öffentlichen, gut besuchten Agenda 21-Konferenzen wurden in verschiedenen Arbeitsgruppen die möglichen Nutzungskonzepte ausgelotet, diskutiert und im Konsens miteinander ein gemeinsames Konzept erstellt.

In Zusammenarbeit mit dem Architekturbüro Studio Andreas Heller und einem Landschaftsplanungsbüro wurde ein erster Masterplan erstellt und die Gesamtkosten errechnet. Die Lenkungsgruppe war an der Erstellung des Masterplans beratend beteiligt. Der im November 2007 von Senator Axel Gedaschko, (BSU), Dr. Michael Beckereit, Geschäftsführer Hamburg Wasser, Rüdiger Kruse, Geschäftsführer SDW und dem Architekt Andreas Heller der Öffentlichkeit vorgestellte Masterplan wurde vom Architekturbüro Heller überarbeitet und konkretisert. Auf der Agenda 21-Abschluss-Konferenz 07/09 wurden die endgültigen Pläne  präsentiert. Der Masterplan beinhaltet:

  • Industriedenkmal (mit Museum und Besuchercafe)
  • Ökologischer Lehrpfad
  • Kontemplative Naherholung
  • Rückzugsraum für Flora und Fauna.

Finanziert wurde das neue Nutzungskonzept, die Wasserkunst Elbinsel Kaltehofe, durch das Bundeskonjunkturprogramm und aus Mitteln des städtischen Unternehmens Hamburg Wasser, dem Eigentümer der Flächen.

Ergebnisse

Dem Erhalt der Natur auf der Elbinsel Kaltehofe wurde im neuen Nutzungskonzept ein großer Stellenwert zugewiesen. Von der 45 ha großen Fläche bleibt zukünftig der größte Teil (36 ha ) eingezäunt. Diese Flächen dienen mit ihren Biotopen wie Gehölz, Gewässer, Feuchtgebiete als Rückzugsraum für Tiere und Pflanzen und sind für Besucher nicht frei zugänglich. Besonders bedeutsam sind diese Flächen als Rast- und Nistplatz für verschiedenste Vogelarten. Ein ökologischer Naturlehrpfad verbindet die verschiedenen Biotope und präsentiert den Besuchern die Biodiversität und Einmaligkeit dieses Gebietes.

Fähigkeiten und Kenntnisse

Erfahrung mit

  • der Durchführung von vielschichtigen Bürgerbeteiligungsprozessen
  • der Entstehung eines Ergebnisses im Konsens aller Beteiligter
  • Berücksichtigung von Zeitschienen
  • dem Bestehen auf vereinbarten Absprachen
  • der Suche, Ansprache und Gleichbehandlung der beteiligten Lenkungsgruppenmitglieder
  • der breiten Einbindung der interessierten Öffentlichkeit
  • Ansprache der Entscheidungsträger, Behörden, Denkmalschutzamt etc.
  • der Erstellung einer Homepage
  • Pressearbeit

Vernetzungsgedanken

Die Zukunft

Die Wasserkunst Kaltehofe wurde am 18. September 2011 eröffnet und für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Die Beteiligung aller Interessengruppen unter Federführung einer „neutralen“ Organisation (Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Landesverband Hamburg e.V.) und weitgefächerter Öffentlichkeitsarbeit während jedem Entscheidungsschritt ermöglichten einen breiten Konsens für die Nutzung der Elbinsel Kaltehofe zu finden. Letztendlich führte dieser Konsens zur Überzeugung der behördlichen Entscheidungsträger nach Finanzierungsmöglichkeiten für die Umsetzung des neuen Nutzungskonzepts zu suchen. Das Projekt Agenda 21-Prozess Kaltehofe ist abgeschlossen.

Name: Monika Mura | Position: Leitung Nachhaltigkeit | Organisation: Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) | Telefon: 004940-55403674 | Website: www.sdw-hamburg.de, www.nachhaltiges-hamburg.de/kaltehofe/index.htm

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